2015-7-3


2015-7-7

Liebe Kollegin, lieber Kollege, es gibt ja derzeit einiges an Aussagen zum Abschluss unserer Poststreiks. Der Artikel von Flassbeck finde ich trifft einiges richtig.

Ich bin trotzdem überzeugt, dass sich unser Streik gelohnt hat, sowohl wegen dem Ergebnis, das ohne diese Streiks nicht möglich gewesen wäre. Aber auch weil wir klasse Erfahrungen gemacht haben, dass es Solidarität eben doch gibt. Ein Pflänzchen das man gut behüten und nähren sollte.

Hier der Artikel von Flassbeck:

"Das einzige, was ich an ver.di kritisiere, ist, dass die Gewerkschaft nicht den Mut hat, diese Niederlage offen einzugestehen und die negativen Folgen dieser Entwicklung für weite Teile der Gesellschaft klar zu benennen."

http://www.flassbeck-economics.de/verdi-mit-dem-ruecken-zur-wand

Werner Siebler


2015-7-6

Von: "Hirtreiter, Anton" <anton.hirtreiter@verdi.de>

Betreff: Tarifeinigung Post

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei weitere Informationen zum gestrigen Tarifabschluss der ver.di mit dem Postarbeitgeber. Es erreichten mich gestern Abend auch einige kritische Anmerkungen und viele Fragen. Ich will versuchen, diese zu beantworten:

1. Der Postarbeitgeber sagt seit über 2 Jahren, die Löhne der Post seien nicht Wettbewerbsfähig. Auch beim Besitzstand seien Anpassungen erforderlich. ( Herr Stiefelhagen). Herr Appel sagte mehrmals, entweder ver.di sie bereit hier Einschnitte mitzutragen, oder er mache es ohne ver.di.

Mit dem gestrigen Tarifabschluss wurde festgelegt, es gibt keine Eingriffe bei den 140 000 Tarifkräften. Die Lohnstruktur bliebt so, wie sie ist. Der AG wollte in den Verhandlungen , dass für Entfristungen eine andere Lohnstruktur geschaffen wird. Das haben wir abgelehnt. Entfristungen sind für uns eine Selbstverständlichkeit, dafür haben die Beschäftigten keinen Preise zu bezahlen. Das Thema neue Lohnstruktur bei den Postbeschäftigten ist damit 100 % vom Tisch. Auf vielen Versammlungen wurde der Sorge Ausdruck verliehen, das ver.di ggfs. doch Einschnitte beim Besitzstand oder einer weiteren dritten Lohnstufe die Hand reiche, das haben wir nachweislich nicht getan. Also klarer Punktsieg für uns.

2. Am 22.1.2015 verkündete die Post die Gründung der Delivery. Seit März werden in der Delivery Beschäftigte " aufgebaut". Zwischenzeitlich sind es ca. 7000. Die BR und ver.di haben alle Register (Beschlussverfahren, Politik, Klagen, etc. ) gezogen, um einen weiteren Aufbau zu verhindern, bzw. eine Rückführung zu erreichen. Null Erfolg.

Wir haben nun einen Vertrag erreicht, in dem alle 7634 beschäftigten Paketzusteller eine vertragliche Zusage bekommen, das sie dauerhaft - also ohne zeitliche Begrenzung- in der Paketzustellung verbleiben. Einen besseren Schutz gibt's nicht für die Paketzusteller, die von Anfang mitgestreikt haben.

Kein Abbaupfad, sondern Sicherung des Arbeitsplatzes. Was ist daran schlecht?

Wir sollten schon ehrlich sein, ohne diese Regelung hätte der AG bis Ende des Jahres weiter Paketzusteller umklappen können. Und ab 1.1.2016 hätte er ohne Kündigungsschutz und vor allem ohne Fremdvergabeausschluss alles rüber tun können. Und im schlimmsten Fall wäre mit Betriebsübergang nach § 613 a BGB sogar der Übergang der gesamten Paketsparte möglich gewesen. All dies haben wir mit dem Vertrag verhindert. Also klarer Punktsieg für die Paketzusteller bei der Post. Die haben sich das aber auch selber erkämpft.

3. Nach Angaben der Post gibt es ca. 12000 befristete Kräfte ( ohne Stundenlöhner). Diese Kräfte wären ein "Bedrohungspotential für weitere Ausgliederungen, analog Paketzustellung gewesen. Durch die Tarifregelung, dass nun alle Kräfte, die am 1.7.2015 24 Monate bei der Post befristet beschäftigt sind, erhalten in Deutschland ca. 4500 Kräfte ein Perspektive und das "Bedrohungspotential ist nicht mehr so groß.

Und alle kommen in das gültige Bezahlungssystem und nicht wie angedacht in eines neues, schlechteres Bezahlungssystem. Und bei den anderen befristeten Kräften müssen wir dran bleiben, wir hören ja mit dem Tarifabschluss nicht mit dem arbeiten auf. Klarer Punktsieg für ver.di.

4. Bis 2018/2019 gelten die Schutzverträge weiter. In vielen Veranstaltungen haben die Kräfte immer gesagt, das allerwichtigste seien die Schutzverträge einschließlich Ausschluss Fremdvergabe. Auch das haben wir erreicht und zwar ohne weitere Preise dafür bezahlt zu haben. Weiter klarer Punktsieg für uns. In anderen Bereichen konnte 2019 nicht erreicht werden. Klarer Punktsieg für ver.di.

5. Es gibt eine Anweisung vom April in der steht, alle Azb erhalten ausschließlich ein Angebot bei Delivery. Nun erhalten alle Azb ein Angebot eines unbefristeten Arbeitsplatzangebotes in Vollzeit bei Pep und die FKEP können wählen, ob sie zur Post gehen wollen oder zur Delivery, was in BaWü mit ca. 18 Euro Stundenlohn sicherlich auch mehr angenommen wird. Weiterer klarer Punktsieg für ver.di.

6. Delivery zurück zur Mutter war eine weitere Forderung von ver.di . Da hat sich der AG zum größten Teil durchgesetzt. Schade, aber das haben wir nicht gehoben und ich bin mir sicher, auch wenn wir noch 4 Wochen Dauerstreik gemacht hätten, das war ein absolutes NoGo, wie es so schön heißt für den Arbeitgeber. Auch die guten Kommentare, die Politik hat uns da nicht wesentlich wietergebracht, da waren ganz allein auf weiter Strecke.

Die Postler konnten das für die Delivery Beschäftigten nicht heben. Aber wir konnten für die Beschäftigten, die von der Post zur Delivery gehen (mussten) ebenfalls eine großen Schutz erreichen. Konkret konnten wir hier Folgendes vereinbaren: " Für ehemals bei der Post befristete Beschäftigte, die zur Delivery gingen, wird im Fall betriebsbedingter Beendigungskündigungen oder betriebsbedingter Änderungskündigungen zur Herabsetzung der Wochenarbeitszeit oder Insolvenz der GmbH ein einzelvertraglich geregeltes Rückkehrrecht zur Post unter Anerkennung der bei der GmbH verbrachten Beschäftigungszeiten zugesichert". Und dies ohne zeitliche Begrenzung. Damit haben wir das Machbare auch hier getan.

7. Die Lohnerhöhung ist dem guten Schutzpaket geschuldet, da gibt's nichts zu beschönigen. Aber einen Preis mussten wir bezahlen. Aber da haben mir immer alle gesagt, lieber ein gutes Schutzpaket, als den Schwerpunkt auf den Lohn zu legen.

8.

9. Für die Beamten konnten wir die Altersteilzeit vereinbaren und die Postzulage bis 31.01.2018 sichern. Klarer Punktsieg für ver.di.

Wir werden nun gemeinsam mit den Beschäftigten bei Delivery dafür sorgen, dass hier ihre Interessen selbst kompetent aufgegriffen werden. Man wird sehen, ob drei Netze in der Paketzustellung wirklich wirtschaftlich sind.

2008 mussten wir 6 Wochen streiken, um die Schutzpakete zu sichern. Diesmal waren es 3 Monate. Die Zeiten werden nicht leichter. Und wer weiß, was sich in den nächsten Jahren so tut. ( Griechenland, etc.) Das Schutzpaket steht und ohne Streik hätten wir das alles nicht erreicht.

Herr Brinks hat in seinem Mail von heute folgendes geschrieben: "Abschließend wünsche ich uns allen jetzt zügige und reibungslose Aufräumarbeiten und vor allem aber ein zügiges Zusammenwachsen der Belegschaft und eine friedliche und kollegiale Beilegung der entstandenen Konflikte"

Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen, insbesondere dem zweiten Teil des Satzes von Herrn Brinks. Ich gehe davon aus, das die Aufräumarbeiten auch gemeinsam mit den BR und Beschäftigten entwickelt werden.

Für Hinweise bin ich immer dankbar, auch für kritische. Was wir aber nicht tun sollten ist, dass wir über das wenige, das wir nicht erreicht haben, jammern und die Erfolge dann gar nicht mehr sehen. Das wird en Kolleginnen und Kollegen, die solange gestreikt haben, nicht gerecht.

Mit freundlichen Grüßen

Anton Hirtreiter

ver.di-Bayern

Landesbezirksfachbereichsleiter 10

Postdienste, Speditionen und Logistik

Schwanthalerstraße 64

80336 München


2015-6-24 Krankenhaus Lahr 13 Uhr

162.000 Stellen fehlen - Personalbemessung jetzt

Allein im Ortenauklinikum Lahr fordern die Beschäftigten 177 zusätzliche Vollzeitstellen in der Pflege.  Auch hier können wir uns vor Ort solidarisch zeigen. Infos dazu unter: >

Berichterstattung: LZ, BZ


2015-5-19

Poststreik auch in Lahr mit Unterstützung der Linken Liste Lahr!

Liebe Genossinnen und Genossen,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit gestern Abend 11 Uhr unterstützen wir die Streikenden der Post bei ihrem Kampf um ihre Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Obwohl die Gewerkschaft Verdi mit einem umfassenden Tarifangebot in die Offensive gegangen ist, halten die Postverantwortlichen in der Konzernleitung an ihren Plänen fest, mittels Beschäftigungsgesellschaften die Löhne weiter zu drücken. Deshalb wird unter anderem auch das Postfrachtzentrum in Lahr nun unbefristet bestreikt. Dazu brauchen die Postler weiter unsere Unterstützung. Alle, die Streikposten stehen können und wollen sind willkommen, bitte nehmt dazu Kontakt auf. Gestreikt wird unbefristet rund um die Uhr.

Pressemitteilung ver.di (Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft): >


2015-5-13

Erzieherinnen-Streik

Heute wird in allen zehn städtischen Kitas in Lahr gestreikt. In Offenburg vor dem Rathaus ist um 12 Uhr eine Kundgebung.

Pressemitteilung Linke Liste Lahr: Sozial- und Erziehungsdienste jetzt aufwerten!

Interview mit einem Erzieher in Freiburg >

ver.di Protest in Offenburg >

Öffentlicher Dienst

Linke Liste Lahr

2. Legislaturperiode

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Zusätzliche Verweise zum Thema


Wertschätzung und Löhne von Erzieherinnen, ein Interview der Badischen Zeitung mit Reiner Geis von Verdi

Interview


Erzieherberuf: Der Kampf geht weiter


Erzieherinnen: „Fehlende Wertschätzung“

Lukas Oßwald
Sonja Rehm